Seit 2017 ist das Wort „Blockchain“ vielen Menschen ein Begriff, allerdings eher diffus und man bringt es stark in Verbindung mit der Kryptowährung Bitcoin. Die Blockchain ist im Wesentlichen eine kryptografische Verknüpfung von Blöcken, in denen Daten gespeichert werden, und stellt somit eine dezentrale Datenbank dar. Zwar ist die Blockchain die technologische Basis des Bitcoins, jedoch kann sie auch in vielen, vielen anderen Anwendungen verwendet werden. Die Blockchain hat das Potential, gerade den Finanzsektor, aber auch viele andere Bereiche zu revolutionieren.

Zum einen gibt es die Möglichkeit, so genannte Smart Contracts abzuschließen: Dies sind eigenständige Programme, die auf einer Blockchain laufen und wie bei einem Vertrag nur nach Absprache aller Parteien geändert werden können. Ein anderes Beispiel ist die Abbildung einer Supply-Chain auf einer Blockchain, die den genauen Verlauf der Waren protokolliert und vor Manipulation schützt. Ein weiteres spannendes Thema ist das so genannte Decentralized Automonous Collective (DAC), mit dem es möglich ist, Strukturen wie in einer Organisation oder einem Unternehmen abzubilden. Es wäre damit sogar denkbar, einen gesamten Staat auf einer Blockchain zu organisieren. Wikis, Mix-Networks, Identitätsverwaltung – die Liste der Einsatzmöglichkeiten ist lang. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich die Blockchain überall dort einsetzen lässt, wo man einen Mittelsmann aussparen kann.

Microsoft bietet mit seiner Plattform Azure nun eine Möglichkeit, mit der Blockchain-Technologie zu arbeiten. Allerdings ist der Einstieg nicht ganz einfach: wenn man beim Erstellen einer Ressource neugieriger Weise die Rubrik „Blockchain“ wählt, so erscheinen dort sehr viele Vorlagen unter jeweils sehr eigenwilligen Begriffen, mit denen man sich wiederum sehr ausschweifend beschäftigen könnte.

Außerdem stoßen hier zwei sehr unterschiedliche Welten zusammen. Wer aus der Azure-Welt kommt, muss erst einmal Wissen über die Blockchain-Technologie einsammeln: Was ist Ethereum? Wie funktioniert ein Smart Contract? Was ist ein Ledger? Wer schon mit den Blockchain-Begriffen vertraut ist, muss nun Azure besser kennen lernen: Was ist eine ARM-Vorlage? Was ist eine Ressourcengruppe? Wie funktioniert das Azure Active Directory?

Empfehlenswert ist der Einstieg über https://docs.microsoft.com/azure/blockchain. Hier gibt es einführende Erklärungen, Schaubilder, Tutorials und Videos. Dort werden besonders zwei Rubriken und damit auch zwei Vorlagen näher beleuchtet:

  • Azure Blockchain-Dienst
  • Azure Blockchain Workbench

Der Azure Blockchain-Dienst ist ein vollständig verwalteter Ledger-Dienst. Er verspricht einfache Netzwerkbereitstellung und einfachen Betrieb, so wie integrierte Konsortiumverwaltung. Auf diesem Dienst ist das Entwickeln von Smart Contracts mit vertrauten Entwicklungstools (Visual Studio Code) möglich.

 

Die Azure Blockchain Workbench ist eine Sammlung von Azure-Diensten und -Funktionen. Über die Workbench können Blockchain Anwendungen erstellt und bereitgestellt werden. Sie bietet eine Infrastruktur für Geschäftslogik und Verwaltung.

Darüber hinaus kam kürzlich das Thema „Azure Blockchain Tokens“ in docs.microsoft.com neu hinzu. Mithilfe von „Azure Blockchain Tokens“ kann man unter Verwendung einer vordefinierten Token-Vorlage standardisierte Tokens für die eigene Blockchain-Lösung erstellen. Die übrigen ARM-Vorlagen in der Blockchain-Rubrik sollte man nur dann verwenden, wenn man sich mit dem jeweils behandelten Thema aus der Blockchain-Welt gut auskennt.

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